Der Winter ist zurück. Das schießt mir durch den Kopf, als ich am frühen Morgen aus dem Fenster schaue. Über Nacht hat es ordentlich gestürmt und noch ordentlicher geschneit. Jetzt tanzen nur noch einige wenige Flocken durch die Luft. Also nichts wie rauf auf die Piste. Noch vor allen anderen machen wir uns auf den Weg zum Hohen Ifen in Oberstdorf-Kleinwalsertal.

Lohnt sich die Adler 7-Rallye in Oberstdorf-Kleinwalsertal?

Pistenkilometer:130 km
Tagesticket Erw.49,50 Euro
Nachtskilauf:ja
Höchster Punkt:2.224 m
Einkehrtipp:s’Urbar

Das grenzübergreifende Skigebiet Oberstdorf-Kleinwalsertal erstreckt sich über insgesamt 7 Skiberge in Österreich und Deutschland.

Dazu gehören Ifen, Heuberg, Walmendiger Horn und Kanzelwand auf der österreichischen Seite sowie Fellhorn, Söllereck und Nebelhorn auf deutschem Boden.

Neu ist seit der Saison 2019/2020 die Adler 7-Rallye. Das ist im weitesten Sinne eine Skirunde über alle Skiberge hinweg. An jedem Berg gibt es eine Station. Die Stationen sind auch in den Pistenplan eingezeichnet und lassen sich jeweils mit dem Skipass aktivieren.

So könnt ihr die bunte Mischung aus Fotospots, Freeride-Strecken, Funslopes und Speedstrecken im Laufe des Skiurlaubs abfahren. Unter der Skipassnummer werden online Fotos und Videos hinterlegt. So könnt ihr am Ende des Aufenthalts ein digitales Fotoalbum mit allen 7 Erlebnissen downloaden.

Instatipp: Besonders genial ist die Aussicht vom höchsten Punkt am Nebelhorn. Vor dieser Bergkulisse lohnt sich das eine oder andere Foto.

Der frühe Vogel …

Wir sind in der Hauptsaison unterwegs. Es sind Faschingsferien. Das bedeutet, das Skigebiet wird wahrscheinlich voll werden. Wer trotzdem in das Vergnügen von unberührten Abfahrten kommen will, muss also früh starten.

Das machen auch wir. Bei anhaltendem Neuschnee fahren wir in Richtung Ifen. Schneeflocken bleiben an der Frontscheibe hängen. Räumfahrzeuge sind in im Einsatz. Hoteliers schaufeln Hausdächer frei. Am Fahrbahnrand türmen sich Schneeberge. Hier ist der Winter noch mal richtig angekommen.

Auf dem letzten Stück ist das Schneekettensymbol ausgeklappt. Hier ist die Straße auch besonders steil. Ihr solltet also gewappnet sein und Ketten im Kofferraum haben, wenn es euch hier her verschlägt.

Um 8:00 Uhr erreichen wir den Parkplatz. Noch ist nichts los. Um 8:30 Uhr soll die erste Bahn nach oben fahren. Also haben wir noch genug Zeit, uns in Ruhe umzuziehen und an der Auenhütte einen Kaffee zu trinken.

Ganz allein im Skigebiet

Dann geht’s los. Wir haben die erste Bahn ganz für uns alleine. Fahren nach oben, genießen bei der Auffahrt das Panorama auf die markante Felswand des Ifen und machen ganz oben einen kurzen Zwischenstopp am Fotospot der Adler 7-Rallye.

Ich stecke meinen Kopf durch das Loch in einer Leinwand. Dort sind zwei Skirennläufer aus dem Jahr 1936 abgebildet, die am Ifen damals anlässlich der Olympischen Winterspiele trainiert haben. Der Fotoautomat klickt und löst aus. Das erste Bild hab ich also im Kasten.

Dann aber nichts wie auf die Piste. Denn noch sind wir die einzigen hier oben. Eine leichte Neuschneeschicht liegt auf der Piste. Sehr cool! So sause ich durch den fluffig weichen Schnee auf präpariertem Untergrund nach unten. Hinter mir staubt es und ich hinterlasse die allerersten Spuren auf der Abfahrt. Was ein Start in den Tag!

Längste Talabfahrt Deutschlands

Als sich die Wolken verziehen, machen wir uns auf in Richtung Nebelhorn. Zum höchsten Punkt des Skigebiets. Ganz oben erwartet uns ein grandioses Panorama. Ein genialer Weitblick über die umliegenden Skiberge und eine Aussicht bis nach Vorarlberg gibt es zu bestaunen.

Wir genießen die Sonnenstrahlen, während wir über den schwindelerregenden Nordwandsteig laufen und die paar Höhenmeter zum Gipfelkreuz bewältigen.

Danach wartet aber das eigentliche Highlight. Von hier oben startet nämlich Deutschlands längste Talabfahrt. Und die ist mit zwei Fotostationen auch Teil der Adler 7-Rallye.

Über 7,5 km schlängelt sich die Piste nach Oberstdorf hinab. Wir geben Gas, zuerst über eine rote Abfahrt, später durch einen schwarz markierten Steilhang hindurch.

Die Oberschenkel brennen. Gerade das steile Stück ist wirklich nichts für Anfänger. Allerdings entschädigt der Blick für die Strapazen. Denn zu unseren Füßen eröffnet sich das Tal und die Häuser von Oberstdorf glitzern in der Sonne.

Fazit

Die Adler 7 Rallye ist nicht an einem Tag zu schaffen. Aber es ist cool, dass ihr durch die einzelnen Stationen Anreize bekommt, an jedem Skiberg vorbeizuschauen.

Wir haben an einem Tag drei Stationen abgefahren. Neben der Talabfahrt am Nebelhorn und dem Fotospot am Ifen haben wir nämlich auch noch am Heuberg an der Speedstrecke einen Stopp eingelegt.

Aber auch, wenn ihr euch nicht an der Adler 7-Rallye versuchen, sondern einfach nur so einen Skitag in Oberstdorf-Kleinwalsertal genießen wollt, lohnt sich der Ausflug ins Allgäu natürlich. Die Aussicht am Nebelhorn ist auf jeden Fall ein Muss!

Vor Ort empfiehlt es sich übrigens mit dem Skibus von A nach B zu fahren. So könnt ihr zwischendrin den Skiberg wechseln, ohne die Skischuhe ausziehen zu müssen und andererseits müsst ihr euch nicht um die Parkplatzsuche und die Parkgebühren kümmern.

Lage

Praktische Links

Kommentar verfassen