Skigebiete wollen sich natürlich immer bestmöglich präsentieren und zeigen sich online von ihrer schönsten Seite. Da können Skifahrer nie wirklich zu 100 Prozent sicher sein, ob es sich dabei auch wirklich um das geeignete Skigebiet für ihre persönlichen Ansprüche und ihr Können handelt. Daher war ich in Galtür und habe mir einen eigenen Eindruck verschafft, ob sich das Skigebiet lohnt.

Überblick

Es gibt sicher vieles, was für das Skigebiet Galtür im hinteren Paznauntal spricht. So zum Beispiel die traumhafte Kulisse der verschneiten Dreitausender der Silvretta. Oder die Tatsache, dass es dort einfach ein bisschen ruhiger zugeht als woanders, weshalb gerade Familien diesen Skiort schätzen. Insgesamt warten 43 Pistenkilometer verschiedener Niveaus und auch Freerider und Skitourengeher kommen auf ihre Kosten, denn es gibt 12 Kilometer schwarze Skipiste und 6 Kilometer Off-Piste.

Pisten43 KM
Höchster Punkt2.300 m
Aufteilung6 Sektoren
HighlightSkisafari

Das lokale Highlight ist die Skisafari, wobei Besucher die schönsten Orte rund um Galtür sehen und sich dabei auf Skiern, Pistenraupe und Bergbahnen fortbewegen. Aber auch Langlaufen, mit einem umfassenden Angebot in Galtür, ist eine gute Möglichkeit, die verschneiten Täler kennenzulernen.

Anreise

Egal, ob mit dem Auto, dem Zug, dem Bus oder dem Flugzeug. Für die letztere Variante ist der nächstgelegene Flughafen Innsbruck. Wer Bahn und Zug kombinieren möchte, hat Verbindungen mit nur einmal Umsteigen von Hamburg oder zum Beispiel vom Ruhrgebiet. Der Zug fährt bis Landeck und von dort fährt ein Direktbus bis nach Galtür. Autofahrer sollten im Hinterkopf behalten, dass in Österreich Vignetten-Pflicht herrscht, die ganz stressfrei vorher schon online bestellt werden kann. Außerdem ist zu beachten, dass für die Durchfahrt für den Arlbergtunnel zusätzliche Gebühren anfallen.

Erster Eindruck

Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Das Skigebiet Galtür ist besonders einzigartig durch seine sechs Sektoren. Für die Kleinsten gibt es das Zwerglland und das Abenteuerland. Adrenalinjunkies finden den Actionpark und das Heldenreich. Hinzu kommen noch das Pistenparadies und der Bereich High & Nordic. Schon jetzt ist klar, dass ich hier mehrere Tage verbringen will, weil ich natürlich auch alle Sektoren zur Genüge austesten will.

Wobei ich mir selbst eingestehen muss, dass ich vielleicht für das Zwerglland und das Abenteuerland schon etwas zu groß bin. Und auch die Loipen müssen leider aus Zeitmangel ausfallen.

Glück haben wir außerdem mit dem Wetter, denn die Sonne strahlt vom Himmel und in der Nacht ist 10 Zentimeter Neuschnee gefallen. Wir träumen so vor uns hin, wie es hier sein würde mit beispielsweise 30 Zentimeter Neuschnee.

Vorbereitung

Eben gerade weil Galtür so ein Hotspot für Freerider ist, kann es natürlich nicht schaden, dort nicht völlig unvorbereitet aufzulaufen. Wer sich einfach an Fahrten abseits der Skipisten versuchen will, ist in den gesichterten Freeride-Zonen von Galtür zwar perfekt aufgehoben, aber trotzdem wäre es ratsam, wenigstens ein bisschen Freeride-Erfahrung mitzubringen. Dafür sind sicher Anfänger- oder Einsteiger-Kurse im Freeriden sinnvoll. Wer sich jetzt zu kurzfristig dafür entschieden hat, findet aber auch vor Ort in Galtür Experten, die bei den ersten Abfahrten abseits der Skipiste helfen können.

Highlight: Freeriding & Skitour

Es ist noch dunkel, auf den Straßen ist niemand zu sehen und der Schnee fällt lautlos im Licht der Laternen. Hoffentlich lohnt sich das frühe Aufstehen. Im Skigebiet geht es zuerst zum Pieps-Checkpoint, damit wir auch sicher sein können, dass unser Equipment auf dem höchsten Sicherheitsstandard ist. Zusammen mit dem örtlichen Bergführer Christoph wage ich mich in den frischen Pulverschnee. Bevor es losgeht, nehmen wir uns aber noch kurz einen Moment Zeit, um die Aussicht zu genießen, wie Galtür zu unseren Füßen frisch eingeschneit in seinem engen Tal liegt. Für Freeride- und Skitouren-Fans sei jetzt schon einmal gesagt: Galtür hat für beide reichlich zu bieten.

Am Nachmittag, also nach dem stärkenden Mittagessen, geht es weiter mit einer Skitour hinauf zur Breitspitze. Völlig hingerissen bin ich von der Atmosphäre und der Stille, die mich dort in der fantastischen Bergwelt umgibt. Oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Blick auf den Kops Stausee.

Fazit

Klein, aber fein. Dieser Satz muss sicher sehr oft herhalten, um etwas zu beschreiben, aber für das Skigebiet Galtür ist er einfach ideal. Hier gibt es ausgesuchte Skiaktivitäten von hoher Qualität, sowohl für Freerider als auch für Langläufer. Auch die Auswahl der Unterkünfte ist im Vergleich zu großen Skigebieten handverlesen, wodurch sich der Skiort einen gemütlichen Flair hat bewahren können. Wildes Party-Getummel wird man hier vergeblich suchen, aber diese Ruhe ist eben auch genau das, was die meisten Besucher sich wünschen.

Lage

Praktische Links

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