Alle reden vom Kurzschwung, aber was genau ist das eigentlich? Und wie kannst du die richtige Ski-Technik lernen? Damit du dir beim Üben auf der Skipiste nicht selbst Fehler antrainierst, gibt es hier die Tipps vom echten Ski-Profi mit fünf Übungen für den perfekten Kurzschwung. Inklusive Videos zum Nachmachen.

Den perfekten Kurzschwung lernen

Beim Kurzschwung handelt es sich um eine der sportlichsten Schwungarten, die es aktuell im Skilauf gibt. Damit werden Hänge mit einem sehr sportlichen, rhythmischen Schwung überwunden. Um den Kurzschwung zu perfektionieren, sollten Skifahrer aber schon ein gewissen Grundlagenwissen mitbringen. Dabei sollte klar sein, was die Theorie hinter dem Kurzschwung ist, welche Bewegungen dabei ausgeführt werden und worauf konkret geachtet werden muss.

Knackpunkte für den richtigen Kurzschwung

Für den idealen Kurzschwung sind vier Faktoren zu beachten:

  • Der Körperschwerpunkt muss nach vorne verlagert werden, was aber nicht bedeutet, dass der Kopf unbedingt nach vorne geht. Hiermit ist eher der Körperschwerpunkt gemeint, der bewusst nach vorn verlagert wird, um Druck auf der Schaufel deiner Ski zu erhalten.
  • Es sollte außerdem bewusst aufgekantet werden, also eine frühe Gewichtsverlagerung auf die Innenkante des Außenskis.
  • Der Oberkörper muss stabil sein, da der Unterkörper die meiste Arbeit macht.
  • Rhythmus sowie Takt sind ebenfalls entscheidend, wodurch auch ein sportlicher Anblick entsteht.

Um diese einzelnen Knackpunkte zu trainieren, sollten Skifahrer zunächst auf einer blauen Skipiste beginnen.

1. Übung: Trichter

Mit dieser Übung soll die Spuranlage trainiert werden und zuerst einmal sollten sich Skifahrer einen Trichter vorstellen, der flach auf der Skipiste liegt und mit dem spitzen Ende in Richtung Tal zeigt. Oben wird dann mit einem mittleren Radius gestartet und nach unten hin wird der Radius immer enger gezogen. Das bedeutet, die Schwünge folgen immer schneller aufeinander bis ein kontinuierlicher Wechsel von Seite zu Seite gegeben ist. Dabei werden alle Bewegungen aus dem weiteren Radius mitgenommen, werden aber auf dem Weg ins Tal immer weiter komprimiert.

2. Übung: Aufkanten im Pflug

Beim Kurzschwung ist es wichtig, dass das Aufkanten schon früh beginnt und zwar schon, bevor es in die eigentliche Kurve geht. Bereits vor der Falllinie sollte der Druck auf den Außenski gegeben sein, um den Druck schön ausfahren zu können.

Um diesen Knackpunkt des Kurzschwungs auf das nächste Level zu bringen, geht es zurück in die Zeit der Skischule, genauer, zum Schneepflug. Auf einer angenehm leichten blauen Piste begeben sich Skifahrer dann im Schneepflug in den Gleitflug und aus dieser Position wird dann das bewusste Aufkanten geübt. Die Bewegung geht dabei in Richtung vorne/innen. Der Oberkörper kann ruhig stabil gehalten werden, Hauptsache die Beine machen die meiste Arbeit.

3. Übung: Doppelstock-Einsatz

Diese dritte Übung zielt darauf, den Körperschwerpunkt nach vorne zu verlagern, also in Richtung Hang. Das ist zuerst einmal Kopfsache, weil der Impuls ansonsten wäre, sich eher in die entgegengesetzte Richtung zu lehnen, also weg von dort, wo es steil wird. Dabei sollten Skifahrer aber auch bedenken, dass sie ja gar nicht nach vorne fallen können, weil sie vom eigenen Ski aufgehalten werden.

Es geht jedoch nicht darum, dass eine Beugung im Hüftgelenk erfolgt, wodurch der Oberkörper nach vorne fällt und das Gesäß nach hinten gestreckt wird. Vielmehr soll die Körpermitte, wo sich der Schwerpunkt befindet, aus der Hüfte nach vorne geschoben werden. Dabei helfen die Skistöcke, die während der Abfahrt weit vorne eingestochen werden, um dann wie durch ein Tor hindurchzufahren. So wird das Gesäß ganz automatisch nach vorne verlagert. Wenn sich der gewünschte Effekt noch nicht ergibt, können die Stöcke auch alternativ während der Fahrt horizontal unter dem Gesäß gehalten oder einfach die Hände an die eigenen Pobacken gelegt werden, um es so nach vorne zu schieben.

4. Übung: Das Fenster

Oben stabil, unten agil. Dieser Merksatz bezeichnet genau, worum es bei der Oberkörperstabilität geht. Das bedeutet, der gesamte Ablauf erfolgt eigentlich durch die Beinarbeit. Der Oberkörper wiederum gilt als Gegenpol und bringt die nötige Ruhe in die Bewegung.

Dazu werden die Stöcke in die Hände genommen, mit der Spitze in Richtung Himmel, sodass so vor dem Körper der Blick ins Tal wie durch einen Fensterrahmen aussieht. Das Fenster sollte sich nicht nach links und rechts bewegen, sondern bleibt zusammen mit dem Oberkörper immer taloffen ausgerichtet. Während die Beine also die Kurvenarbeit übernehmen, findet im Oberkörper kaum Bewegung statt. Wer möchte, kann auch einen Punkt im Tal fokussieren, dadurch wird es noch einfacher.

5. Übung: Akustische Signale

Wenn jetzt auch noch der richtige Takt beim Kurzschwung dazukommt, sorgt das sicher für Aufsehen. Denn durch den perfekten Rhythmus sieht das Ganze noch viel sportlicher und cooler aus. Dabei hilft es, sich selbst einfach akustische Signale im entsprechenden Takt zu geben und diesen auch beizubehalten. Selbst wenn Buckel oder eine Eisplatte im Weg sind, die Fahrt wird konsequent durchgezogen. Selbst wenn Skifahrer wegen beispielsweise Unebenheiten einmal aus der Position geraten, wird der Takt anschließend helfen, die eigene Form möglichst schnell wiederzufinden.

Alles zusammenführen für den perfekten Kurzschwung

Wichtig ist, dass Skifahrer nun nicht alle Übungen hintereinander einzeln durchführen, sondern die einzelnen Bestandteile mit in den Kurzschwung integrieren, um irgendwann die Zielform zu erreichen. Wer sich damit auf der blauen Skipiste gut fühlt, kann auf der roten weitermachen und so weiter.

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