Carving ist eine der sportlichsten Techniken, die es beim Skifahren zu erlernen gilt. Aber manchmal ist es einfach so, dass etwas bei anderen so einfach aussieht, doch wenn man es dann selbst versucht, klappt es irgendwie nicht. Denn selbst, wenn das Basis-Wissen in Sachen Carving vorhanden ist, so können sich doch immer noch fatale Fehler einschleichen. Deswegen findest du hier die drei besten Übungen fürs perfekte Ski-Carving.

Grundlagen für das richtige Carving

Entscheidend ist die richtige Grundposition mit leicht gebeugten Sprung-, Knie- und Hüftgelenken, um eine gute Federung im unteren Teil des Körpers zu erreichen. Auch sollte auf eine hüftbreite Stellung der Ski geachtet werden. Wichtig ist vor allem die Einleitung der Bewegung durch das Sprunggelenk und die Beine, wodurch die Kanten in den Schnee gegraben werden. Der Oberkörper wird bei hoher Geschwindigkeit diese Stellung wieder ausgleichen und als Gegenlager fungieren.

Übung 1: Zitrone auspressen

Die meisten Skifahrer kennen Zitronen wahrscheinlich nur vom Après-Ski mit Tequila und Salz, dabei kann die Frucht auch helfen, um das eigene Carving auf das nächste Level zu bringen. Skifahrer sollten sich vorstellen, dass sie die Zitrone oben nach innen versetzt in den Skischuh stecken, sodass sie sich zwischen der Zunge des Schuhs und dem Schienbein befindet.

Damit diese Zitrone jetzt ausgepresst werden kann, muss das Sprunggelenk des kurvenäußeren Skis (Außenski) fest gegen den Schuh nach vorne innen drücken. So wird die Belastung vom Sprunggelenk nach vorne/innen trainiert. Das geistige Bild der auszupressenden Zitrone sollte während der gesamten Kurvenfahrt beibehalten werden. Und schon hat man die richtige Belastung fürs Carving.

Um die Übung auch wirklich sauber auszuführen, ist es wichtig, eingangs einen nicht zu steilen Hang zu wählen. Blau mit leichter Tendenz zu Rot reicht völlig aus. Außerdem sollte die Piste schön breit sein. Während der Abfahrt ist es dann wichtig, die Bewegung gut zu verteilen. Die Zitrone soll nicht auf einen Schlag ausgepresst werden, sondern gleichmäßig während der gesamten Zeit.

Übung 2: Pedalo

Viele kennen es sicher noch aus dem Kindergarten oder vom Schulhof. Das Pedalo erfordert besondere Balance, damit man nicht vorne- oder hintenüberkippt. Die Bewegung muss gleichmäßig erfolgen, wodurch das Sprunggelenk abwechselnd fließend be- und entlastet wird. Dieses Gefühl sollte auch beim Carving beibehalten werden. Es geht nicht darum, abgehackte Belastungsspitzen zu schaffen, sondern stattdessen soll eine fließende Bewegung der Kurvenfahrt während der gesamten Abfahrt erreicht werden.

Um es für das Gehirn leichter zu machen, werden die Skistöcke als Vorstellhilfe in die Hände genommen und parallel zum Boden gehalten. Damit wird dann die Bewegung des Pedalos simuliert und während der Fahrt wird in den Kurven in diesem Rhythmus die imaginäre Zitrone ausgepresst. So entstehen ein schön-sportliches Bild und eine fließende Fahrt.

Übung 3: Jäger/Dackel

Die letzte Übung fokussiert sich auf den Ausgleich der Bewegung durch den Oberkörper. Würde sich der gesamte Körper in Schräglage in der Kurve befinden, läge das gesamte Gewicht auf dem Innenski, mit einem völlig freien Außenski und das wäre gerade auf einer Eisplatte fatal.

Hierbei gilt es also zuerst einmal, sich den Stock auf Außenskiseite als Dackel vorzustellen und den Innenstock als Jäger. Der Dackel zieht den Skifahrer aus der Kurve nach außen und schafft so einen Ausgleich. Der Jäger auf der anderen Seite legt sein Gewehr auf der Schulter ab. So entsteht eine schwingende Bewegung mit beiden Stöcken, die je nach Kurvenrichtung entsprechend gewechselt werden. Auf diese Weise ergibt sich die gewünschte Ausgleichbewegung des Oberkörpers. Im besten Fall gelingt es dann in der Kurve sogar, den Innenski anzuheben.

Pistenniveau langsam steigern

Es wurde absichtlich auf der blauen Skipiste angefangen, damit Skifahrer hier die Möglichkeit haben, die Übungen komplett zu erlernen und dort zu perfektionieren. Klappt das auf den blauen Pisten, geht es weiter auf die Rote. So kann die Komfortzone langsam ausgedehnt werden und Erfolge zeigen sich schnell. Zu schnell zu viel von sich zu verlangen, erhöht nur das Risiko von Stürzen und von Frustration. Und das will ja niemand.

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