Ich war noch nie in Frankreich zum Skifahren. Umso aufgeregter bin ich, als ich auf dem Weg nach Tignes im Auto sitze. Eine lange Fahrt liegt vor mir. Trotzdem freue ich mich auf den Aufenthalt in den französischen Alpen. Ob es dort wohl anders ist als in den mir bekannten österreichischen Skigebieten?

Lohnt sich Skifahren im französischen Tignes?

Pistenkilometer:300 km
Tagesticket Erw.61 Euro
Höchster Punkt:3.456 m
Einkehrtipp:Le Panoramic
Nicht verpassen:Bun J Ride

Insgesamt 300 Pistenkilometer gibt es im französischen Tignes mit Anschluss an Val D’Isère zu entdecken. Südlich von Chamonix gelegen, mitten in den französischen Alpen können sich Skifahrer über eine spannende Bergwelt freuen.

Die Orte von Tignes, es gibt insgesamt vier, gelten allesamt als ausgesprochen schneesicher. Das liegt vor allem an der Höhenlage. So liegt Tignes 2.100 wie der Name schon sagt auf über 2.000 m Seehöhe.

Und wer schon mal da ist, sollte sich natürlich auch von der französischen Küche verwöhnen lassen. Nach dem Skitag laden Hütten am Pistenrand oder Restaurants im Tal außerdem dazu ein, den Abend mit einem Glas Wein ausklingen zu lassen. Après-Ski, wie wir es aus den österreichischen Alpen gewöhnt sind, gibt es in Tignes allerdings eher nicht.

Dafür gibt es in der französischen Lifestyle-Ski-Metropole größere Events. So findet beispielsweise im Frühling, wenn die Sonne schon ein bisschen mehr Kraft hat, ein Live-Konzert im Schnee statt.

Instatipp: Hinter dem Panoramic-Restaurant am Fuße des Grande-Motte-Gletschers bietet sich ein sensationeller Blick in Richtung Mont Blanc.

Lange Anreise, einmal quer durch die Schweiz

Bevor wir all das genießen können, steht uns erstmal eine lange Anreise bevor. Das Navi zeigt eine Fahrzeit von knapp 9 Stunden an. Aus München geht es zuerst in Richtung Bodensee, dann ein kurzes Stück durch Österreich, anschließend quer durch die Schweiz und bei Genf endlich in Richtung Frankreich.

Insgesamt müsst ihr also nicht nur Durchhaltevermögen mitbringen, sondern auch in drei Ländern Maut bezahlen. In der Schweiz lohnt sich der Kauf der Jahresvignette auf alle Fälle. In Frankreich wird die Maut je nach gefahrenen Autobahnkilometern abgerechnet.

Kurz haben wir überlegt, ob Fliegen sinnvoller wäre. Dagegen sprachen allerdings die ökologische Belastung und der nur unwesentlich geringere Zeitaufwand. Der nächste Flughafen liegt in Genf. Von dort aus sind es mit einem Shuttle noch immer 2,5 h bis ins Skigebiet.

Bonjour – alles ist so französisch hier

Dann endlich, eine gefühlte Ewigkeit später, steige ich aus, strecke mich und blicke mich um. Der Skiort sieht ganz anders aus als in Österreich. Der Ort scheint fast nur aus großen Häusern zu bestehen. Teilweise ähneln sie Hochhäusern, wie man sie aus einer Großstadt kennt.

Daneben stehen massiv gemauerte Anwesen mit hölzernen Oberbauten. Diese Lodges wirken herrschaftlich. Wie kleine Burgen in den Bergen. Aber irgendwie trotzdem gemütlich.

Außerdem verlaufen die Pisten rund um den Ort so, dass man von nahezu überall direkt zum Hotel abfahren kann und auch der nächste Lift ist meist nicht weit.

Skifahren vor eindrucksvoller Bergkulisse

Auch ich lasse die Ski unmittelbar vor dem Hotel in den Schnee fallen und fahre direkt zum Lift ab. Das ist wirklich komfortabel. Die Liftanlagen sehen übrigens etwas nostalgischer aus als gewohnt. Sitzheizung und Haube sind in Tignes eher Fehlanzeige. Obwohl es kalt ist, stört mich das nicht. Es erinnert mich vielmehr an die Skiurlaube aus der Kindheit.

Ich lasse den Blick über die umliegende Bergwelt schweifen. Um mich herum ragen 3.000er in die Höhe. Einige Bergriesen sind sogar 4.000 Meter hoch. Besonders eindrucksvoll ist die Aussicht am Grande-Motte-Gletscher.

Ganz hoch kommen wir nicht. Der Wind ist zu stark und die Seilbahn zum höchsten Punkt gesperrt. Doch auch vom Fuße de Gletschers blicken wir unter anderem auf Giganten wie den Mont Blanc, den höchsten Berg der Alpen. Wahnsinn!

Wenn ich schon mal da bin, probier ich auch alles aus

Die Bergwelt sorgt dafür, dass ich mich zwischendurch ganz klein fühle. Dieses Empfinden wird verstärkt, als ich während des Skitags mitten im Skigebiet in ein Ultraleichtflugzeug einsteige.

Der Rundflug in dem drachenähnlichen Gefährt, in dem neben dem Piloten nur eine Person Platz hat, dauert ca. 20 Minuten und kostet 80 Euro. Aber wenn man schon mal da ist, so weit gefahren ist, kann man sich ja auch mal einen umfassenden Überblick von oben verschaffen.

Ich habe keine Sekunde bereut. Über eine lange Startbahn heben wir ab und sausen dann über dem Skigebiet in der Luft herum. Teilweise kommen wir den eindrucksvollen Felswänden so nah, dass ich das Gefühl habe, ich müsste nur noch die Hand ausstrecken, um sie zu berühren. Endorphine machen sich breit.

Anschließend werden die Endorphine noch mit Adrenalin vermischt. Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen habe, drohe ich diesen sofort wieder zu verlieren. Denn nur kurz darauf stehe ich am Einstieg einer großen Sprungschanze. Ich schlüpfe in einen Klettergurt und lasse rechts und links Bungy-Seile befestigen.

Dann werde ich losgelassen, sause auf das Ende der Sprungschanze zu und verliere mit einem Schrei, der mir aus der Kehle dringt, den Boden unter den Füßen. Ich springe auf meinen Skiern ins Leere. Falle.

Dann ziehen die Bungy-Seile an. Katapultieren mich wieder nach oben. Kurz stehe ich in der Luft. Dann geht es wieder nach unten. So werde ich dreimal hoch- und wieder runtergewirbelt. Mein Magen macht sich bemerkbar. Was ein krasses Gefühl!

Fazit

Ich habe durchweg positive Erfahrungen während meines Aufenthalts in Tignes gemacht. Beim Skifahren an sich habe ich natürlich kaum einen Unterschied zum Skifahren in Deutschland oder in Österreich gemerkt.

Aber das ganze Drumrum ist anders und besonders. Die Bergwelt ist super sehenswert und lädt an verschiedenen Stellen zum Staunen ein. Da sind neben der hochalpinen Landschaft auch eindrucksvolle Felsformationen wie das Eye of the Needle hervorzuheben.

Zusätzlich lassen die französische Küche und das französische Ambiente Urlaubsstimmung aufkommen. Es ist eine Reise zum Genießen. Ein Urlaub, den man nicht immer so machen würde.

Durch Aktivitäten wie ein Flug im Ultraleichtflugzeug und den Bungy-Jump auf Skiern wird es nochmal exklusiver. Es ist schon irgendwie ein Deluxe-Skiurlaub. Etwas, das ich mir nicht immer gönnen würde. Aber etwas mit Potenzial, um noch lange darüber zu sprechen,

Also eine Erfahrung, die begeisterte Skifahrer, die auf der Suche nach was neuem sind, sicher in guter Erinnerung bleiben wird. Und wenn man es als besonderes Erlebnis betrachtet, wird dadurch in meinen Augen auch die deutlich längere Anreise ein bisschen relativiert.

Übrigens: Die Verständigung in Englisch ist problemlos möglich.

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