Der Schnee knirscht unter den Ski. Es ist kalt in Obertauern. Und sehr verschneit. Während andere Skiorte in Österreich sich den Schnee sehnsüchtig noch vor Weihnachten herbeigewünscht haben, ist es in dem hochgelegenen Örtchen schon längst weiß. Fast alle Lifte sind in Betrieb. Also erkunde ich das gesamte Skigebiet über die Tauernrunde.

Lohnt sich Skifahren in Obertauern?

Obertauern ist als Schneeschüssel der Alpen bekannt. Der schneereiche Skiorte misst im Jahresdurchschnitt über 7 m Schneefall. Richtig viel. Das verdankt der Ort mit den umliegenden Skipisten vor allem der Höhenlage. Die Pisten starten auf einer Höhe von knapp 1.630 m und reichen bis auf über 2.000 Meter hinauf.

Pistenkilometer:100 km
Tauernrunde:ca. 12 km
Tagesticket Erw.48 Euro
Höchster Punkt:2.313 m
Tipp:Gamsleiten 2

Insgesamt warten rund 100 präparierte Abfahrtskilometer. Außerdem gibt es eine der steilsten Abfahrten der Alpen in Obertauern: Die Gamsleiten 2. Die berüchtigte Piste, die ein Gefälle von bis zu 100 Prozent aufweist, ist jedoch nur bei guten und sicheren Schneeverhältnissen geöffnet und wird nicht präpariert.

Instatipp: Vom Scheidberg aus habt ihr einen tollen Blick auf die Gamsleiten 2 und den Skiort unter euch. Da lohnt sich ein Fotostopp. Es ist auch ein Fotorahmen aufgestellt.

Alles trocken, plötzlich Schnee

Ich war jetzt schon mehrfach in Obertauern und immer wieder staune ich bei der Anreise über die Schneemassen im Ort. Auch diesmal ist auf dem Weg nach Obertauern im Tal noch alles grün und trocken. Nur die umliegenden Gipfel sind schneebedeckt.

Je höher wir jedoch kommen und uns unserem Ziel nähern, umso winterlicher wird es. Die Wiesen rechts und links sind schon bald schneebedeckt. Wenige später wird auch die Fahrbahn weiß. Schneehaufen türmen sich am Straßenrand. Dicke Schneeflocken fallen vom Himmel.

Auf dem Weg nach Obertauern solltet ihr immer Schneeketten im Kofferraum haben. Je nach Straßenverhältnissen ist es sogar verpflichtend, diese anzulegen.

Sonne pur am nächsten Tag

Am nächsten Morgen hat sich der Schneefall gelegt. Stattdessen geht die Sonne auf. Das wird ein herrlicher Tag. Wir starten früh. Ich ziehe die Skischuhe im Skikeller an, quere die Straße und werfe die Ski anschließend auf die Piste. Wir können also direkt vom Hotel aus starten. Das ist keine Ausnahme. Fast alle Unterkünfte liegen in unmittelbarer Nähe zum Lift oder an einer Abfahrt.

Wir wollen die grüne Tauernrunde, also die Skirunde gegen den Uhrzeigersinn um den Skiort, fahren. Die einzige Gondel des Skigebiets, die Zehnerkarbahn bringt uns dafür nach oben. Das war auch das einzige Mal, das wir auf dem Weg die Ski abschnallen müssen. Ansonsten können wir die auf der ca. 12 km langen Runde quer durchs Skigebiet die Ski durchgehend anlassen.

Dann wartet die erste Abfahrt. Wir haben die Piste nahezu für uns alleine. Die Riffel sind noch frisch. Die Kanten pressen sich in den Schnee. Es ist nicht eisig, nicht hügelig. Es ist super. So geht’s wieder Richtung Ort, über eine Brücke queren wir die Bundesstraße, fahren auf der anderen Seite weiter und kommen dann zum Scheidberg.

Geisterbahn im Skigebiet

Dort gibt es in der Nähe der Runde eine besondere Attraktion für Kids: Nämlich eine Geisterbahn! Die begeistert aber nicht nur die jungen Skifahrer, sondern auch mich. Ich folge der Ausschilderung, düse an Holzfiguren vorbei durch eine Waldpassage und stehe dann vor einer Röhre, die mit einem Vorhang geschlossen ist.

Langsam schiebe ich den Vorhang beiseite und gleite mit meinen Skiern ins Innere. Es ist dunkel. Dann plötzlich ertönt ein Seufzen und Ächzen. Links von mir erwachen Figuren im Scheinwerferlicht zum Leben. Augen glühen, Messer werden geschwungen. Nach einigen Metern ist der Spuk vorbei und die Augen gewöhnen sich langsam wieder ans Tageslicht.

Das ist eine coole Attraktion zwischendrin. Sowas habe ich bisher noch in keinem Skigebiet gesehen.

Fazit

Die Geisterbahn finde ich gut gemacht. Als Jahrmarkt- und Freizeitparkfan trifft das genau meinen Geschmack. Aber auch abseits davon hatte ich wieder einen richtig guten Skitag in Obertauern. Die Tauernrunde ist super, um das gesamte Skigebiet zu erkunden. Dazu könnt ihr an jedem Punkt abbrechen oder einsteigen.

Auf dem Weg durch das Skigebiet kommt ihr außerdem an zahlreichen Hütten vorbei, um eine Pause einzulegen und die Kraftreserven wieder aufzufüllen. So könnt ihr die Skirunde auch genießen und euch einteilen. Und dadurch, dass sie insgesamt nicht so lang ist, müsst ihr auch keine Profi-Skifahrer sein oder euch abhetzen, um die Runde zu schaffen.

Als wir im Dezember da waren, hatten wir die Pisten außerdem fast für uns alleine. Es war nicht viel los. Wir sind deshalb einige Abfahrten der Tauernrunde, die uns besonders gut gefallen haben, gleich mehrfach gefahren. Eine der besten Abfahrten wartet meiner Meinung nach im letzten Drittel. Dort führen die Pisten 10 a und 8 a von der Seekarspitz bis zur Talstation der Zehnerkarbahn hinab. Das ist auch eine der längsten Abfahrten.

Lage

Praktische Links

Kommentar verfassen