Es gibt wohl nur sehr, sehr wenige Skifahrer, die gerne in die Skischuhe steigen und dann am Abend beim Ausziehen auch noch sagen: Ach, die hätte ich eigentlich noch ein paar Stunden länger tragen können. Stattdessen sind eher schmerzhafte Druckstellen, Blasen, eingeschlafene Zehen und sogar blaue Flecken an den Schienbeinen üblich. Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, erfährst du hier, worauf du achten musst, um den perfekten Skischuh für dich zu finden.

Der perfekte Skischuh

Die gute Nachricht direkt einmal zuerst, weil sie sicher für allgemeines Aufatmen sorgen wird. Ein Skischuh muss nicht wehtun. Wenn er drückt, etwas abklemmt oder einfach eine Qual ist, liegt das nicht etwa in der Natur der Sache, sondern er passt einfach nicht richtig. Deswegen haben wir hier einmal einige wichtige Faktoren zusammengeschrieben, auf die du achten musst, wenn du einen neuen Skischuh kaufst.

Das eigene Level einschätzen

Zu allererst, bevor überhaupt ein Skischuh auf den Fuß gezogen wird, kommt die Theorie – denn für Skifahrer ist es wichtig, zuerst einmal zu überlegen, auf welchem Fahrniveau sie sich eigentlich befinden und welchen Ansprüchen der neue Skischuh gewachsen sein muss. So kann ein Anfänger zum Beispiel mit einem Rennskischuh nur bedingt etwas anfangen. Deswegen vorher schon einmal kurz nachdenken, was die eigenen sportlichen Fähigkeiten sind und was das Einsatzgebiet sein soll.

Der passende Skischuh für Anfänger

Für absolute Anfänger ist es empfehlenswert, erst einmal nur in ein günstiges Modell zu investieren, wenn noch gar nicht klar ist, ob Skifahren der eigenen Lieblingssport wird. Alternativ können Einsteiger auch erstmal nur Schuhe ausleihen und erst später eigene kaufen. Beim Kauf sollte grundsätzlich darauf geachtet werden, dass der Skischuh weich und damit flexibel ist. So ist das Skifahren normalerweise nicht komplett kräfteraubend . Der Flex-Wert sollte niedriger sein als 100.

Der passende Skischuh für Fortgeschrittene

Für fortgeschrittene Skifahrer sind Performance und Komfort fast gleichwertig. Deswegen dürfen die Skischuhe ruhig etwas härter sein und der Flex-Wert kann höher sein. Die Druckübertragung vom Körper auf den Ski fällt mit diesem Skischuh definitiv leichter, allerdings muss dadurch auch mit Druckstellen an den Füßen gerechnet werden. Der Flex-Wert sollte sich idealerweise zwischen 100 und 120 befinden.

Der passende Skischuh für Profis

Für Profis darf es ruhig auch ein Rennskischuh sein, aber wirklich nur für die Profis. Ob man sich für einen solchen hält, wird spätestens bei der Preisfrage klar, denn diese Exemplare sind kaum unter einer Summe von 500 Euro zu haben. Diese Investition lohnt sich wirklich nur, wenn der Schuh auch mit seinem vollen Potenzial ausgefahren wird. Der Flex-Wert beträgt mehr als 120.

Moment, was ist nochmal der Flex-Wert?

Wir haben zwar oben schon die Werte genannt, aber zur Sicherheit erklären wir es noch einmal hier. Diese Zahl gibt die Härte des Skischuhs an, der sich im Widerstand zeigt, wenn sich Skifahrer nach vorne lehnen. Je höher der Flexibilitätswert ist, desto härter ist der Skischuh. Ein höherer Wert bedeutet automatisch einen höheren Kraftaufwand und einen größeren Druck auf das Schienbein. Je höher der Wert ist, umso mehr leidet der Komfort. Aber Achtung: Der Flex-Wert ist nicht genormt und ist je nach Hersteller unterschiedlich.

Der perfekte Skischuh für jedes Einsatzgebiet

Nachdem Skifahrer für sich selbst geklärt haben, was ihr Fahrniveau ist, muss auch noch überlegt werden, in welchem Gebiet der Skischuh überhaupt zum Einsatz kommen soll. Bist du lieber auf harten Pisten unterwegs oder bevorzugst du das offene Gelände und den Tiefschnee? Je nachdem, wo du dich die meiste Zeit aufhältst, solltest du auch deinen Skistiefel auswählen. Hier beleuchten wir die Optionen Skipiste, Tourenski oder Snowpark.

Der passende Skischuh für die Skipiste

Ein Skischuh, der vornehmlich auf Skipisten gefahren werden soll, ist im Normalfall eher steif, außer es handelt sich um die schon angesprochenen weicheren Anfänger-Modelle. Diese Steifigkeit ist wichtig, damit die Fahrweise präzise vom Skifahrer über den Skischuh auf den Ski übertragen werden kann. Als Regel kann gesagt werden, dass die Härte mit dem eigenen Niveau ansteigen sollte.

Der passende Skischuh für Tourenski

Wer meist Off-Piste unterwegs ist, achtet vor allem auf einen guten Ausgleich zwischen Gewicht und Performance. Wer aus einem Skigebiet heraus in den Tiefschnee geht, für den ist das Gewicht des Skischuhs meist nicht so entscheidend, da er die Lifte für den Aufstieg nutzen kann. Ein Spezialfall dieser Skistiefel sind leichtere Tourenskischuhe, denn sie fokussieren sich auf den Aufstieg und nur moderat auf die danach liegende Abfahrt. Das ist darin begründet, dass sie durch das leichte Gewicht keinen hohen Flex-Wert anbieten können.

Der passende Skischuh für den Snowpark

Wer sich gerne und ausgiebig im Snowpark ausprobiert, braucht auch einen Skischuh, der all die Tricks mitmacht. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Schnallen anders angeordnet sind als bei herkömmlichen Skischuhen, aufgrund der Rails. Ebenso sollte auch darauf geachtet werden, dass die Flexibilität höher ist. Außerdem kann hier ein nices Design auch nicht schaden 😉

Falschen Skischuh gekauft: So machst du ihn bequemer

Wenn der eigene Skischuh nicht mehr optimal passt, weil er schon seit Jahren gefahren wird, gibt es glücklicherweise Mittel, ihn wieder bequemer zu machen. Deswegen muss also nicht gleich ein neuer Skischuh gekauft werden. Oftmals lässt sich das Problem ganz einfach mit einer individuellen Einlegesohle lösen. Das dient der Unterstützung des Fußes, damit er nicht mehr ständig einschläft oder die Zehen kalt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist eine individuelle Anpassung des Skischuhs, das sogenannte Bootfitting, aber dafür muss schon tiefer in die Tasche gegriffen werden. Die Vorteile sind wärmere Füße, ein bequemerer Sitz, weniger Kraftaufwand und eine feinfühligere Steuerung. Manchmal kann es aber auch bei dieser Investition sinnvoller sein, einfach einen neuen Skischuh zu kaufen.

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